
Ratgeber
Wissen rund um Flugzeuglack
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Anleitungen
Praxisnahe Anleitungen zur Vorbereitung und zum Aufbau eines modernen Mehrschicht-Lacks.
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Zum Service TeamHäufige Fragen
Antworten auf die häufigsten Fragen rund ums Lackieren — von der Vorbereitung über Trocknungszeiten bis hin zu Lagerung, Farbton und Pistolen-Einstellung.
01Grundierung und Haftung
Wie vermeide ich Haftungsprobleme bei der Lackierung?
Die zu lackierende Fläche muss immer trocken, sauber und fettfrei sein. Reinigen Sie sie vorab gründlich mit Silikonentferner. Bei problematischen Untergründen wie Kunststoff, Verbundwerkstoffen (GFK / CFK) oder NE-Metallen verwenden Sie den passenden Haftgrund.
Brauche ich auf blankem Aluminium immer einen Haftgrund?
Ja. Blankes Aluminium bietet dem Basislack keine dauerhafte Haftung und ist ungeschützt korrosionsanfällig. Für die Lackierung auf blankem Metall ist ein passender Haftgrund unbedingt notwendig.
02Trocknung und Belastbarkeit
Wieso ist die Zwischenablüftzeit notwendig?
Damit sich keine Läufer bilden, sollte zwischen jedem Lackauftrag eine Ablüftzeit von mindestens 20 Minuten erfolgen.
Wie lange benötigt Basislack zum Trocknen?
Die Trocknungsdauer beträgt bei optimaler Schichtstärke ca. 60 Minuten — abhängig von der aufgetragenen Schicht sowie der Objekt- und Umgebungstemperatur. Wurde der Basislack dicker aufgetragen, verlängert sich die Zeit entsprechend. Lassen Sie ihn am besten über Nacht trocknen, bevor der Klarlack folgt.
Was bedeutet grifffest?
Die Oberfläche der Lackschicht ist getrocknet, der gesamte Farbauftrag jedoch noch nicht vollständig durchgetrocknet. Dieser Zustand wird als grifffest bezeichnet.
Wann ist eine Lackierung belastbar?
Belastbar ist eine Lackierung, wenn sie komplett durchgetrocknet ist — nach mindestens 12 Stunden. Eine Trocknung über Nacht ist optimal.
Was ist ein chemisch trocknender Lack (2K)?
Die Trocknung erfolgt durch eine chemische Reaktion mit einer zweiten Komponente, dem Härter. Komplett durchgetrocknet sind diese Lacke sehr robust, witterungs- und UV-beständig und werden von Kraftstoffen und den meisten Chemikalien nicht angelöst.
Was ist ein physikalisch trocknender Lack?
Lacke, bei denen der Trocknungsvorgang auf der Verdunstung des Lösemittels beruht. Die Farbpigmente verbleiben nach dem Verdunsten auf der Oberfläche. Der Lack kann mit Lösemitteln wie Aceton oder Universalverdünnung wieder angelöst werden.
03Läufer, Orangenhaut, Blasenbildung
Wie vermeide ich „Orangenhaut“ beim Lackieren?

Diese lässt sich vermeiden, wenn Sie bei ca. 20 bis 25 °C einen konstanten Lackierabstand von 15–25 cm einhalten. Ist der Sprühabstand zu groß, entsteht Sprühnebel — bereits in der Luft angetrockneter Lack, der sich auf der Oberfläche absetzt und nicht mehr verläuft.
Wie kann ich Läuferbildung vermeiden?

Halten Sie zwischen jedem Lackauftrag mindestens 20 Minuten Ablüftzeit ein, wahren Sie einen Sprühabstand von 15–25 cm und tragen Sie den Lack nicht zu dick in einem Gang auf. Besser mehrfach dünn als einmal zu dick, in sich zu ⅓ überlappenden Bahnen.
Warum bleibt die Lackierung klebrig und trocknet nicht aus?

Bei zu geringen Temperaturen trocknet der Lack nicht aus: unter 20 °C verdunstet das Lösemittel deutlich schlechter. Der häufigste Grund ist aber ein zu dicker Lackaufbau — beim Lackieren ist weniger mehr. Fehler in der Untergrundvorbereitung lassen sich damit nicht kaschieren.
Warum ist mein Lackierergebnis rau und glänzt nicht?

Meist ist der Sprühabstand zu groß oder die Umgebungstemperatur zu niedrig, sodass der Lack bereits in der Luft antrocknet und auf der Oberfläche nicht mehr verläuft. Prüfen Sie Abstand, Temperatur und die Einstellung Ihrer Lackierpistole.
Wie vermeide ich Blasen und Runzeln?

Kunstharzlacke sind oxidativ trocknende Lacke, d.h. die Trocknung erfolgt unter Einfluss von Luftsauerstoff. Es dauert ca. 6 Stunden, bis die oberste Lackschicht angetrocknet ist. Nach dieser Zeit sollte der Lack nicht mehr überlackiert werden, da bei einem erneuten Lackauftrag und somit durch erneute Zuführung von Lösungsmitteln die unteren Lackschichten aufquellen. Wird ein Kunstharzlack mit einer anderen Lackart oder mit sich selbst nach seiner Durchtrocknung überlackiert, zieht er hoch bzw. bildet Runzeln.
Wie beseitige ich den sogenannten „weiß angelaufenen“ Lack?

Der graue Schleier entsteht, wenn bei zu hoher Luftfeuchtigkeit lackiert wurde. Dieser kann nach guter Durchtrocknung der Lackschicht (mind. 2 Wochen) herauspoliert werden. Bei geringer Luftfeuchtigkeit liegt die optimale Verarbeitungstemperatur zwischen 20 und 25 °C.
04Haltbarkeit, Lagerung und Entsorgung
Wie sollte ich meine Gebinde lagern?
Kühl, trocken und frostfrei, dicht verschlossen und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt. Angebrochene Gebinde immer sofort wieder sorgfältig verschließen.
Wie lange sind die einzelnen Gebinde haltbar?
Ungeöffnet und sachgerecht gelagert sind die Gebinde in der Regel mehrere Jahre haltbar.
Wie lange kann eine 2K-Spraydose benutzt werden?
Nach dem Aktivieren des Härters läuft die Topfzeit. Innerhalb dieser 12 Stunden muss die Dose aufgebraucht werden — danach härtet der Lack in der Dose aus und sie lässt sich nicht mehr verarbeiten.
05Farbton, Farbcode und Farbtonabweichung
Wie entstehen Farbtonabweichungen in meiner Lackierung?
Schichtstärke, Spritztechnik, Pistoleneinstellung und der Untergrund beeinflussen den wahrgenommenen Farbton — besonders bei Metallic-Lacken, bei denen die Ausrichtung der Effektpigmente entscheidend ist. Lackieren Sie deshalb immer ein Probematerial unter denselben Bedingungen.
Wo finde ich den passenden Farbton für mein Flugzeug?
In vielen Fällen ist der Farbton im Lackierprotokoll oder in der Dokumentation des Flugzeugs hinterlegt. Ist er unbekannt — etwa bei Oldtimern oder individuellen Projekten — können Sie ihn gerne von uns per Spektralanalyse auslesen lassen.
Wie kann ich Farbton und Helligkeit beim Lackieren beeinflussen?
Über Schichtstärke und Spritzabstand: Ein dünnerer Auftrag mit größerem Abstand lässt Metallic-Farbtöne heller wirken, ein satterer Auftrag dunkler. Für ein optimales Ergebnis weichen Sie dabei nie von den empfohlenen Verarbeitungsschritten ab.
06Lackierpistole: Einstellung und Reinigung
Womit kann ich meine Lackierpistole reinigen?
Mit Universalverdünnung oder einem geeigneten Pistolenreiniger, direkt nach Gebrauch. Ausgehärteter 2K-Lack lässt sich später nicht mehr rückstandsfrei entfernen.
Mit welchem Druck und welcher Düse soll ich lackieren?
Die besten Ergebnisse werden mit einer 1,3er Düse bei Basis- und Klarlacken und ca. 1,6 bis 1,7 mm bei Grundierungen sowie einem Druck von ca. 3 Bar an der Lackierpistole erzielt.
Lack Wikipedia
Die wichtigsten Fachbegriffe aus dem Lackaufbau — kurz erklärt.
- Haftgrund
- Grundierung zur Haftvermittlung und Korrosionsschutz — auf blankem Metall und kritischen Untergründen unverzichtbar.
- Füller
- Füllschicht, die feine Unebenheiten und Schleifriefen im Untergrund ausgleicht und anschließend glatt geschliffen wird.
- Basislack
- Die farbgebende Schicht des Lackaufbaus. Sie trägt Farbton und Effekt, benötigt aber immer einen Klarlack als Schutz.
- Klarlack
- Transparente Deckschicht. Erhältlich in matt und glänzend. 2K Klarlack schützt den Basislack vor UV-Strahlung, Witterung und Chemikalien.
- Härter
- Zweite Komponente eines 2K Systems. Er vernetzt den Lack chemisch und macht ihn robuster.
- Topfzeit
- Zeitfenster, in dem ein mit Härter angemischter Lack verarbeitbar bleibt, bevor er im Gebinde auszuhärten beginnt.
- Ablüftzeit
- Wartezeit zwischen zwei Spritzgängen, in der das Lösemittel aus der frisch aufgetragenen Schicht verdunsten kann.
- Grifffest
- Zustand, in dem die Oberfläche getrocknet, der Lackaufbau darunter aber noch nicht vollständig durchgetrocknet ist.
- Spektralanalyse
- Digitales Ausmessen eines vorhandenen Farbmusters, um den exakten Farbton zu bestimmen und reproduzierbar zu machen.

