Lackierung erklärt: Haftgrund, Füller, Basislack, Klarlack
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Ein moderner Lackaufbau ist ein System aus mehreren Schichten, von denen jede genau eine Aufgabe übernimmt. Wer weiß, welche Schicht wofür zuständig ist, versteht auch, warum keine davon übersprungen werden kann.
Die Schichten von unten nach oben
- Haftgrund — Grundierung für Haftvermittlung und Korrosionsschutz; auf blankem Metall und kritischen Untergründen unverzichtbar.
- Füller — Füllschicht, die feine Unebenheiten und Schleifriefen im Untergrund ausgleicht und anschließend plan geschliffen wird.
- Basislack — die farbgebende Schicht. Sie trägt Farbton und Effekt, benötigt aber immer einen Klarlack als Schutz.
- Klarlack — transparente Deckschicht. Sie erzeugt den Glanz und schützt den Basislack je nach 1K/2K Variante vor UV-Strahlung, Witterung und Chemikalien.
1K oder 2K: der Unterschied
Bei einem physikalisch trocknenden Lack beruht der Trocknungsvorgang auf der Verdunstung des Lösemittels. Die Farbpigmente verbleiben nach dem Verdunsten auf der Oberfläche; der Lack kann mit Lösemitteln wie Aceton oder Universalverdünnung wieder angelöst werden.
Bei einem chemisch trocknenden Lack (2K) erfolgt die Trocknung durch eine chemische Reaktion mit einer zweiten Komponente, dem Härter. Komplett durchgetrocknet sind diese Lacke sehr robust, witterungs- und UV-beständig und werden von Kraftstoffen und den meisten Chemikalien nicht angelöst.
Sobald der Härter aktiviert ist, läuft die Topfzeit: das Zeitfenster, in dem der angemischte Lack verarbeitbar bleibt, bevor er im Gebinde auszuhärten beginnt.
Zeiten zwischen den Schichten
Damit sich keine Läufer bilden, sollte zwischen jedem Lackauftrag eine Ablüftzeit von mindestens 20 Minuten erfolgen — die Wartezeit, in der das Lösemittel aus der frisch aufgetragenen Schicht verdunsten kann.
Die Trocknungsdauer des Basislacks beträgt bei optimaler Schichtstärke ca. 60 Minuten, abhängig von der aufgetragenen Schicht sowie der Objekt- und Umgebungstemperatur. Wurde er dicker aufgetragen, verlängert sich die Zeit entsprechend. Lassen Sie ihn am besten über Nacht trocknen, bevor der Klarlack folgt.
Grifffest bedeutet: Die Oberfläche der Lackschicht ist getrocknet, der gesamte Farbauftrag jedoch noch nicht vollständig durchgetrocknet. Belastbar ist eine Lackierung erst, wenn sie komplett durchgetrocknet ist — mindestens 12 Stunden, über Nacht ist optimal.
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